Zusätzlich zu den klassischen und minimal-invasiven Krebsoperationen bieten wir ein inzwischen etabliertes Verfahren, die Totale mesometriale Resektion (TMMR), an. Sie ermöglicht bei Gebärmutterhalskrebs eine OP in embryologischen Kompartimenten - anstatt wie bisher nach den klassischen Grenzen der Anatomie zu operieren. Wir haben vor einigen Jahren die TMMR erfolgreich eingeführt und waren das erste Klinikum im Saarland, das mit diesem erfolgversprechenden Verfahren gearbeitet hat. Diese neue OP-Methode verbessert die Heilungsraten um bis zu 20%.

Zahlreiche Vorteile für die Patientin:
Die Betroffenen erholen sich nach einer OP viel schneller, da der Eingriff sehr viel schonender erfolgt als bei der klassischen Wertheim-Operation: einerseits durch den Erhalt der Nervenbahnen im gesamten Becken, andererseits bleibt auch die Blase einschließlich ihrer Gefäß- und Nervenversorgung verschont. Positiv für unsere Patientinnen ist, dass die 5-Jahres-Überlebensrate bei 96% liegt. Zum Vergleich: bei der klassischen OP mit Bestrahlung liegt sie bei maximal 80%. Geringer ist auch das Risiko eines erneuten Auftretens des Tumors im Beckenbereich: Es liegt gerade mal bei 1,6%, wobei es bei der herkömmlichen Methode zwischen 15 bis 25% sind. Darüber hinaus bleiben unseren Patientinnen eine Bestrahlung sowie deren Nebenwirkungen erspart. Das neue Verfahren weist auch erheblich weniger Komplikationen auf: Die Komplikationsrate liegt bei nur 12%, das sind 13% weniger als bei der klassischen OP. Auch die gefürchteten Blasenentleerungsstörungen konnten durch die nervenschonende Operation auf 0,8% reduziert werden (Wertheim-OP: > 30%)
Ein ähnliches OP-Verfahren in embryologisch vorgegebenen Räumen können wir auch für den Gebärmutterkrebs (PMMR) und den Krebs am äußeren Genitale, dem sog. Vulvakarzinom (Vulvafeldresektion) anbieten. Dabei besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem "Erfinder" dieser Methoden, Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Höckel von der Universität Leipzig.
Aber nicht alle Krebserkrankungen benötigen eine Maximaltherapie. So ist es beim Vulvakarzinom inzwischen möglich, kosmetische Gesichtspunkte in die Therapie einfließen zu lassen: Es kann inzwischen oft so operiert werden, dass hinterher kaum noch etwas von der OP zu sehen ist.

Viele Gebärmutterhals- und Gebärmutterkrebserkrankungen können heute - einschließlich der Lymphknotenentfernung - laparoskopisch (= minimal-invasiv) behandelt werden. Auch beim Eierstockkrebs ist dies in den Anfangsstadien möglich. Der Vorteil einer minimal-invasiven Vorgehensweise liegt in der etwas schnelleren Erholungszeit direkt nach der Operation, die aber meistens durch eine längere Operationszeit „erkauft“ wird. Die Risiken und Langzeitergebnisse sind gleich.

Dr. Martin Deeken
Chefarzt Frauenklinik
Klinik Püttlingen


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