20.03.2018

Moderne Therapien bei Parkinson


Erste Anzeichen der Erkrankung rechtzeitig erkennen

Im Rahmen der Vortragsreihe „Ihre Gesundheit ist unser Fokus“ informiert das Knappschaftsklinikum Saar in Püttlingen am 19. April um 18 Uhr über moderne Diagnose- und Therapieverfahren bei Parkinson. Bei dieser Erkrankung, auch Schüttellähmung genannt, gibt es verschiedene Behandlungsansätze, die auch vom Alter des Patienten abhängen. Die Ursachen für Parkinson sind oft recht vielseitig. Deshalb ist es besonders wichtig, die ersten Anzeichen rechtzeitig zu erkennen um geeignete Therapien einzuleiten. Dr. Jürgen Guldner, Chefarzt der Klinik für Neurologie, wird den Besuchern passende Tipps zur Alltagsbewältigung aufzeigen.

In Deutschland leiden ca. 300.000 Menschen an Parkinson. Dabei sterben Dopamin produzierende Nervenzellen im Gehirn ab, die für die Bewegungskoordination zuständig sind. Die Motorik nimmt ab und die Muskelspannung zu. So kommt es zu unwillkürlichen Bewegungen wie dem typischen Zittern der Hände.

Parkinson-Symptome rechtzeitig erkennen

Die Erkrankung unterscheidet sich stark in Symptomatik, Prognose und Therapieerfolg, je nachdem, in welchem Lebensalter sie auftritt. Nach dem bisherigen Wissensstand sind die Ursachen recht vielschichtig und hängen von mehreren Einflüssen ab. Bei jungen Patienten spielen erbliche Anlagen eine Rolle. Bei älteren Patienten macht sich die Krankheit oft erst im voranschreitenden Alterungsprozess bemerkbar. Daneben sollen auch Umwelteinflüsse, wie Pestizide, ursächlich für den Ausbruch der Krankheit sein.
Erste Hinweise auf die Krankheit können eine veränderte Handschrift, starke Muskelverspannungen im Hals- und Nackenbereich, Veränderung des Geruchssinns, Schlafstörungen, leise monotone Sprache, Verdauungsprobleme, Veränderung der Mimik, Depressionen und Schwierigkeiten bei Alltagstätigkeiten wie Anziehen, Zähneputzen, etc. sein. Manche Betroffene bemerken auch Probleme beim Gehen und fallen leichter hin.

Gezielte Übungen helfen Körperfunktionen zu erhalten

„Wir stellen unsere Diagnose anhand der Symptomatik. Dabei schließen wir mit Hilfe der Computer- (CT) und Kernspin-Tomografie (MRT) andere Ursachen aus“, erklärt Dr. Guldner. Welche Behandlung zum Einsatz kommt, hängt stark vom Alter des Patienten ab. „Je früher die Erkrankung festgestellt wird, desto besser und schneller kann sie behandelt werden“, erläutert er weiter.
Neben der passenden, medikamentösen Einstellung sind bei der Behandlung von Parkinson physikalische Therapien wichtig. Dazu gehören Physio-, Ergo-, Stimm-, Sprech- und Schlucktherapie. „Ziel ist es, den Patienten einen Teil ihrer verlorenen Fähigkeiten zurückzugeben oder dem Verlust weiterer Fähigkeiten vorzubeugen“, erklärt Dr. Guldner. Dabei helfen gezielte Übungen, die noch vorhandenen Fähigkeiten zu erhalten. Die Betroffenen erlernen ihre Bewegungsfähigkeit optimal zu nutzen, um sich weitgehend selbst zu versorgen und ihren Alltag zu bewältigen.
In der Veranstaltung stellt sich die Selbsthilfegruppe „Jung und Parkinson“ vor und gibt den Besuchern wertvolle Tipps für die Alltagsbewältigung der Erkrankung. Gerne beantwortet der Chefarzt auch die Fragen des Publikums.

Weitere Informationen unter www.kksaar.de